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Der
15-jährige Volker D. war
ein stiller, eher in sich gekehrter Junge. Eigentlich hoch-intelligent,
aber nicht sehr konzentriert in der Schule - man hat in dem Alter
ja auch einiges anderes im Kopf.
Der
Freundeskreis war nicht sehr gross, einen wirklichen Freund
gab es eigentlich nicht. Aber einen Feind! Der Geschichtslehrer
konnte Volker nicht ausstehen - warum, das soll hier nicht thematisiert
werden, obwohl es eigentlich dazu gehört und Aufschluss geben
könnte über die Komplexität des Problems.
Lehrer
B. (wie wir ihn hier nennen wollen) erkannte jede, aber auch jede
Gelegenheit, den ungeliebten Schüler zu diffamieren und zu
terrorisieren. Selbstverständlich wurde Volker immer nur
aufgerufen, wenn er
nichts wusste; wenn er sich aber meldete, konnte er sicher sein,
nicht dranzukommen. Eine Situation, die wohl vielen bekannt vorkommt.
Mobbing
einzelner Schüler durch ihre Lehrer ist (leider) nichts Ungewöhnliches.
Interessant aber war die Reaktion der Mitschüler:
Volkers
Stellung in der Klasse - keineswegs ein Streber, aber ein "kluges
Köpfchen", das "anders" war, als die meisten,
führte zu einer Solidarisierung der Klassenmehrheit mit -
dem Lehrer. Er war nicht nur von seiner Funktion her der deutlich
Stärkere, sondern er bot den (selbst gestressten) Schülern
ein willkommenes Ziel, das sie attackieren konnten, ohne durch
den Lehrer bestraft zu werden.
Die
"Lösung" lag letztlich nur im Schulwechsel von
Volker D.
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